Gefragt von Nadia F. · schreibt aus Teheran
Kann ich euer Postfach nutzen, während ich im Iran lebe, und schickt ihr Pakete in den Iran?
Pakete in den Iran: nein. Der Iran steht auf EU- und US-Sanktionslisten, und die Beschränkung hängt an der Ware, nicht am Absender — US-Produkte bleiben auch dann gesperrt, wenn sie vorher in Deutschland oder Spanien ankommen. Eine Sendung über unsere Adresse umzuleiten ist genau das Muster, das Behörden als Umgehung werten. Dasselbe gilt für Russland, Belarus, Nordkorea, Syrien und Kuba. Ein rein digitales Postfach, dessen Scans du von überall liest, ist eine andere Frage als physischer Versand — schreib uns, dann prüfen wir deinen Fall, bevor du bezahlst.
Wenn ich eure Adresse nutze, kann ich dann ein Paket aus den USA empfangen?
Der Empfang in Europa ist unproblematisch: Das Paket kommt bei uns an, du bekommst eine Benachrichtigung und auf Wunsch Fotos. Die Frage ist immer, wohin es danach geht. Weiterleitung innerhalb der EU, nach Großbritannien, in die Türkei, nach Lateinamerika, Afrika oder Asien: kein Problem. In ein sanktioniertes Land: nicht möglich, auch nicht in Teilsendungen.
Muss ich für dieses Paket (etwa 2 kg) Zoll zahlen, und wie viel?
Beim Eingang in Deutschland oder Spanien aus den USA fallen Einfuhrumsatzsteuer (19 % bzw. 21 %) und je nach Warenart Zoll auf Warenwert plus Fracht an; Geschenksendungen und sehr niedrige Werte sind teilweise befreit. Entscheidend ist der Warenwert, nicht das Gewicht — 2 kg sagen über den Zoll nichts aus. Wir legen die Abgaben aus und stellen sie dir unverändert weiter in Rechnung, plus die Verauslagungsgebühr des Carriers. Geht die Sendung danach weiter in ein Drittland, zahlt der Empfänger dort noch einmal die lokalen Abgaben.